Irgendwann ist immer das erste Mal. Leider auch bei Verletzungen. Ist eh ein Wunder dass sich die Raupe fast dreieinhalb Jahre ohne abgeschürfte Knie durchmogeln konnte. Dafür wars vor kurzem umso deftiger. Und das Geschrei dementschprechend laut und ausdauernd. Und ich hab getröstet was das Zeug hält. Zuerst mit sehr sehr viel Mitgefühl. Nach einer halben Stunde ein bissi gereizt. Und als sie am Abend noch immer gehunfähig war, kam der Satz, den ich als Kind naja nicht gehasst hab… Aber auch nicht als tröstend empfunden habe.

„Warte nur, bis zum Heiraten wirds wieder gut! “

Promt kommt die Antwort:

„Mama, komm, gehen wir heiraten“

Ich: Wie wann was jetzt?

Raupe: „Ja, fahren wir morgen heiraten! Ich mit dir!“

Ja Schatz ich liebe dich. Und ich würde dich auch soo gerne heiraten. Aber ob der Papa da so begeistert sein würde?  Was wohl die Nachbarn sagen würden, würde die Mininachbarin so flott und überstürzt unter die Haube kommen?

Die Kinder spielen brav oben, miteinander und manchmal gegeneinander, ich „spiele“ unten. Plötzlich höre ich lautes Klopfen, schaue hinaus. Da ruft auch schon die Raupe eifrig: der Pinguin will aufmachen (das Treppengitter), er macht auf, er macht auf!!! Ich, beruhigend von unten: nein, das schafft er nicht, brauchst dich nicht fürchten.
Kleine Pause
Raupe: ICH HELFE IHM!
Ich: große Pause, NEIN! Hilfe bitte nicht! (Frauen müssen ja eigentlich zusammenhalten oder?)

Piep sagte mein linker Fuß und ich erstarrte. Ganz heimlich still und leise wollte ich mich hinausschleichen, nachdem Pinguin, mittlerweile 10 Monate alt, endlich eingeschlafen war. Er liebt es ja einzuschlafen, das macht er auch gerne zwei- oder dreimal hintereinander. Mir würde einmal reichen.

 

Lautlos schimpfend bückte ich mich. Okay es war doch nicht mein Fuß sondern nur das Handy meiner Raupe. Nummer vier glaube ich. Es kann singen, reden, piepen und leuchten. Im Gegensatz zu den anderen zwei, die nur piepsen können und dem einen, das nur aussieht wie ein Handy. Keines ist von mir oder dem Mann, alles Geschenke von Bekannten und Verwandten (sind reichlich vorhanden und verantwortlich für 98 % aller Spielwaren in unserem Haushalt).

 

Natürlich telefoniert die Raupe liebend gerne. Redet ja auch sonst den ganzen Tag und manchmal auch im Schlaf. Wenn grad keines ihrer 4 Handys greifbar ist (eines für jedes Lebensjahr und dann noch eines Reserve vermutlich) tut’s auch ein Spielzeugauto. Oder der Taschenrechner. Oder mein Handy. Neulich meine Cousine:“ Warum lässt du sie nicht mit mir reden, sie hat sich soooo gefreut, wie wirklich mal jemand abgehoben hat!“ Auch beim Haustelefon macht sie mittlerweile Telefondienst. Manchmal schon wirklich professionell: Die Mama kommt gleich. Die Oma ist grad nicht da…

Manchmal weniger professionell: Telefon läutet, Raupe rennt hin. Natürlich ist sie schneller als ich, hatte ja schließlich nicht noch die Hände voll mit Gemüse, Teig oder auch Pinguin.

Raupe hebt ab: „Grüß dich, auf Wiedersehen, DU SOLLST NICHT MEHR ANRUFEN! Und legt auf.

 

Ab und zu denk ich noch wehmütig zurück an damals als ich noch jünger war. Kinderlos aber voll Illusionen und Vorstellungen. Und guten Vorsätzen. Meine Kinder, hab ich gedacht, bekommen erst frühestens mit 10 oder 12 ein eigenes Handy! Das braucht man ja auch nicht früher.

Die Raupe ist 3.

Heute habe ich Blumen bekommen. Von meiner Raupe. Nicht so wie bisher bei den gegebenen Anlässen (Muttertag, Geburtstag) von Papa oder Oma oder Tante vorbereitete Blümchen, die dann mit Kind in meine Richtung geschickt werden „und jetzt sag mal alles Gute zum Muttertag“. Auch das war wunderschön und lieb. Aber jetzt bin ich ein bisschen geschmolzen. Selbst gepflückt, selbst eingefrischt und selbst aufs Nachtkästchen gestellt (ohne aufs Bett zu tropfen, Vase ist ein knallgelber ausgedienter Play-doh Becher). Hab jetzt eine Margerite, einen Wiesenknopf, 3 Klee, ein paar Hornschotenklee und einige ganz kleine Ehrenpreis (leider schon ohne Blüten, die fallen ganz schnell ab).

Ich hab sie lieb.

Einen winzig kleinen Vogel, der sich hinter einer Birnenblüte versteckt hat

Eine Hummel, die eine Blume dreimal umkreiste, bevor sie sich für eine Blüte entschieden hat. Und das bei allen zehn Blüten.

Die kleinen festen grünen Fruchtansätze der Johannisbeeren, die schon eine reiche Ernte versprechen

Ein Gänseblümchen, den unteren Strahlenkranz schon weit geöffnet, während der innere Kranz noch fest das Köpfchen umschließt

Einen Neunzehn-Punkt-Marienkäfer

Viele kleine Gründe, mich etwas zu freuen habe ich gesehen.

Hab heute meine Regale durchforstet und eine meiner ersten CDs gefunden: Simon and Garfunkel. Und nachgedacht. Diese beiden begleiten mich schon seit 15 Jahren konstant durch mein Leben. Wie aufheiternd der Klang von Cecilia wirkt. Und wie beruhigend the Boxer. Mit fast allen dieser Lieder verbinden mich teure Erinnerungen. Eines der schönsten Lieder ist aber dieses hier: http://www.youtube.com/watch?v=H_a46WJ1viA . Bridge over troubled water erinnert mich immer an eine der besten und liebsten und wertvollsten Freundinnen, die ich habe. Ich kann mich glücklich schätzen, sie zu kennen und bin dankbar dafür, sie zu meinen Freunden zählen zu dürfen. Ihr möchte ich heute dieses Lied „schenken“. Alles Gute zum Geburtstag!!

Meine Raupe: 3 Jahre, quirlig, lebhaft, frech und sehr gesprächig. Gerade jetzt ist sie im wunderbaren Fragealter. Mama, wehum denn?? Was machst duda? Was hast du da? Absoluter Favorit ist aber: Wer bist du? Diese Frage ist auch immer und überall verwendbar. Wenn wer kommt, wenn wir wohin gehen, beim einkaufen und wenn wer vor dem Fenster auf der Straße vorbeigeht. Ganz lieb ist auch immer: Mama, wer bist denn du? Die Frage wird auch gerne 20mal wiederholt. Nun gibt es auch Leute, die glauben, sich oft genug vorgestellt zu haben, so vor kurzem unser Tierarzt (er kommt eh nur fast jede Woche.) Raupe: wer bist denn du? TA: Weiß ich nicht. R: wer bist du? TA: hab ich vergessen. R: Wer bist denn du? TA: sags doch du mir! Beim Abschied dann nach der Schreiberei mit Kaffee: TA zu Raupe: Piep piep! TA zu Pinguin: Piep piep! TA zu restlichen Anwesenden: Auf Wiedersehen! Raupe verblüfft und sichtlich erstaunt: Mama der TIERARZT hat PIEP gesagt!!

Schokolade. Schokolade ist für mich nicht ein Genussmittel sondern eher ein Grundnahrungsmittel. Ich brauche Süßigkeiten als Belohnung oder als Aufmunterung und dazu ist mir jede Sorte recht. Abgesehen von solchen Schokoladen, die sich mit Spirituosen verheiratet haben, esse ich alles was man im Süßwarenregal findet. Meistens merke ich nicht einmal, wie viel ich esse, ganz automatisch bewegt sich meine Hand und mein Mund spielt mit, ohne das Hirn miteinzubeziehen.

Vor kurzem hatte ich Geburtstag. Wirklich ein schöner, gelungener Tag. Ich liebe Blumen, ich liebe Geschenke und heuer habe ich mir auch selbst ein spontanes Geschenk gemacht (schon seltsam, wie neue Schuhe das Selbstgefühl verschönern können. Alleine der Anblick lässt mich innerlich lächeln). Auch meine Vorräte an Süßigkeiten sind wieder gut aufgefüllt. Auch von meinem Bruder habe ich Schokolade bekommen doch schon als ich sie in die Hand genommen habe, wurde mir klar, dass diese Tafel etwas Besonderes war. Bio und Fair, handgeschöpft, in exquisiter Verpackung. Spontan habe ich mich entschlossen, hiervon jeden Bissen einzeln zu genießen.

Es passiert leider zu selten, dass ich mir während des Naschens wirklich bewusst bin, welche Köstlichkeit ich zu mir nehme. Vielleicht war die Gewissheit schuld, dass diese Schokolade sicher um einiges teurer war als die üblichen violetten mit der hübschen Kuh drauf? So passiert es mir leider auch bei anderen Nahrungsmitteln. Man setzt sich zu Tisch und isst, und dann ist es weg. Vielleicht ist es, weil es bei uns (Gott sei Dank) selbstverständlich ist, stets gut gefüllte Regale vorzufinden. Vielleicht spielt auch der oft geringe Preis eine Rolle. So gedankenlos will ich aber nicht mehr sein. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, die Kostbarkeit jedes Lebensmittels (= Mittel zum LEBEN) zu würdigen.

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